Sprachentwicklungsstörungen

Sprachentwicklungsstörungen nehmen in unserer Gesellschaft allgemein zu. Eine unterschätzte Ursache sind unbemerkte Hörstörungen. Sie erschweren die Entwicklung einer altersgemäßen sprachlichen Kompetenz und damit den schulischen Erfolg von Grundschulkindern. Rechtzeitige Diagnose und Therapie von Hörstörungen verhindern nicht nur Probleme beim Erwerb der Schriftsprache und Frust durch schlechte Noten, sondern auch soziale Ausgrenzung und mögliche Hänseleien infolge sprachlicher Schwächen.

Ob Schul- oder Kindergartenbeginn: Fremde Umgebung, neue Sozialkontakte und der veränderte Tagesablauf stellen Kinder vor große Herausforderungen, die sie mit einer Hörbehinderung wesentlich schlechter bewältigen können. Unkonzentriertheit, schlechter Lernerfolg oder Niedergeschlagenheit können Begleiterscheinungen von Sprachentwicklungsstörungen sein.

Untersuchungen & Therapie

Bei den ersten Anzeichen von Sprachentwicklungsstörungen sollten Eltern mit ihren Kindern den HNO-Arzt aufsuchen und eine gründliche Untersuchung des Hörvermögens vornehmen lassen. Oftmals reichen Hörtests, wie sie Kinderärzte während den U-Untersuchungen durchführen, nicht aus. HNO-Ärzte messen mit verschiedenen subjektiven und objektiven Untersuchungsmethoden das Hörvermögen und finden so die Ursachen von Hörstörung und Sprachentwicklungsstörungen. Wichtige Hinweise auf den Ort der Hörstörung geben beispielsweise Untersuchungen mit der Stimmgabel, Druckmessungen des Mittelohres, objektive Messungen der Schwingungsfähigkeit der Sinneshärchen im Innenohr (otoakustische Emissionen) oder elektrische Messungen des Hörnervs (BERA). Tests zur Hörschwelle, bei dem über Kopfhörer Töne, Geräusche oder Worte in unterschiedlicher Lautstärke und in unterschiedlichen Tonhöhen erkannt werden müssen, runden die Diagnostik ab.

Gerade die bei Kindern im Kindergartenalter häufig vorkommende Mittelohrschwerhörigkeit, die durch Paukenergüsse – also Ansammlungen von Flüssigkeit im Mittelohr – hervorgerufen wird, führt häufig zu Sprachentwicklungsstörungen und kann rechtzeitig erkannt relativ einfach behandelt werden. Schuld sind nämlich in der Regel zu große Nasenrachenmandeln, auch Polypen genannt, welche die Ohrtrompete verlegen und dadurch den Druckausgleich zum Mittelohr unmöglich machen. Ein Unterdruck und bei chronischen Belüftungsstörungen auch Paukenergüsse sind die Folge. Die ambulante operative Entfernung der Polypen bringt hier eine nachhaltige Besserung und erspart Kindern und Eltern den Gang zur Sprachtherapie im Vorschulalter.

Die seltener vorkommenden Innenohrschwerhörigkeiten führen HNO-Ärzte teilweise auch auf erblich bedingte Faktoren zurück.  So sind Hörstörungen auch die häufigste Form angeborener Fehlbildungen. Diese Form der Hörbehinderung, die sich häufig erst im Laufe der ersten beiden Lebensjahre bemerkbar macht, kann heute gut mit Hörhilfen oder einem Cochlea Implantat behandelt werden.

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